Dienstag, 15. November 2011

Das Herz des Abwûns von E.M. Jungmann

 


Freiheit beginnt mit Verantwortung ... Sie hat alles verloren: ihre Heimat und ihre Familie. Ellen aus Dachnat-Kgenmar ist noch ein junges Mädchen, als sie ihr Elternhaus verlassen muss, um fortan bei den gefürchteten Drachenköpfen, den Kgenmar, zu leben. Diese wurden einst von ihrer Gottheit, dem Abwûn, auf die Erde gesandt, um die Menschen zu beherrschen und anzuleiten. Seit vielen Jahrhunderten verbreiten sie nun Angst und Schrecken unter der Bevölkerung. Als Ellen schließlich mit dem Obersten der verhassten Kreaturen den Bund der Ehe eingehen muss, vollzieht sich ein Wandel. Die große Prophezeiung nimmt ihren Lauf. Doch es gibt auch Neider. Wird es gelingen, in Frieden zu vereinen, was seit jeher durch Hass und Misstrauen auf beiden Seiten entzweit ist? Viel Blut wird fließen, doch dies ist erst der Anfang...


Die Menschheit wird durch die Kgenmar regiert. Wie es vorgeschrieben ist, muss Ellen als junges Mädchen ihre Mutter verlassen und wird nun von Kgenmar ausgebildet. Sie landet bei zwei Schneidern die sie gut behandeln und ihre Talente fördern. Trotz des Verbotes trifft sie sich heimlich mit einem Jungen. Ellen ist total in Marc verliebt und hofft, dass die Kgenmar ihn als ihren Partner auswählen. Es kommt jedoch ganz anders. Ellen wird in den Herrscherpalast gebracht. Der Golban, der Herrscher der Kgenmar will, dass sie seinen Sohn heiratet. Dieser Plan stößt auf wenig Freunde in den Reihen der Kgenmar und der Menschen. Ellen und Jhad Alan begeben sich auf eine Pilgerreise um sich besser kennen zu lernen und Jhad Alan auf sein Erbe vorzubereiten. Dabei stoßen sie auf den  Widerstand der Menschen und der Kgenmar.

Die Story des Buches fand ich interessant und da ich mal wieder ein High-Fantasy-Buch lesen wollte hab ich mir für „Das Herz des Abwûn“ entschieden. Leider hatte ich beim Lesen eher den Eindruck eine religiöse Abhandlung zu lesen. Die Pilgerreise von Jhad Allan und Ellen erinnert sehr an den Jacobsweg. Auch das „Gesetz“ und das „Abwûn“ selbst enthalten viele religiöse Anspielungen. Es handelt sich auch nicht um einen High-Fantasy-Roman, sondern eher um eine Dystopie. Was das Lesen außerdem erschwert hat, waren die vielen verschiedenen Kgenmar-Wörter, die im Text nur selten erklärt wurden. Ein ständiges Nachlesen im Glossar war nötig um der Story folgen zu können. Spannung vermisste ich während des ganzen Buches. Die Handlungen der verschiedenen Charaktere waren sehr vorhersehbar. Jhad Alan fand ich allerdings sehr sympathisch. Sein Schicksal und seine Wünschen machten das Buch doch noch etwas Interessant. Ellen hingegen war mir zu naiv und hatte zu viele Vorurteile, die sie auch nicht ablegen konnte. Das relativ offene Ende und der Untertitel des Buches „Die Reise“ lassen auf mindestens einen weiteren Teil schließen. Mögliche Fortsetzungen werde ich wohl nicht lesen, da mich „Das Herz des Abwûn“ nicht begeistern konnte. Auch die Covergestaltung lässt zu wünschen übrig. Das schlichte Amulett auf braunem Grund  sticht nicht ins Auge und mir wäre das Buch im Laden wohl nicht aufgefallen oder es hätte mich nicht neugierig gemacht.

Fazit: Zähe Fantasy/Dystopie. Wer „Das Herz des Abwûn“ nicht gelesen hat, hat nichts verpasst.

Vielen Dank an den Epidu-Verlag und an Blogg dein Buch für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Bestellt werden kann das Buch hier.